Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien/Korrespondenz-Lemma für p-Halbnormen

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Einführung

Für die Erzeugung einer Algebraerweiterung von pseudokonvexen topologischen Algebren A𝒫𝒞 gibt es ein System von p-Halbnormen, die die Topologie erzeugen. Für die Topologisierung der Potenzreihenalgebra A[t]𝒫𝒞 werden die Aussagen für die Algebraerweiterung aber über Quasihalbnormen geführt. Daher ist es wesentlich einen Zusammenhang zwischen Quasihalbnormen und p-Halbnormen herzustellen. Das Korrespondenz-Lemma stellt diese Beziehung zwischen einer p-Halbnorm und einer Quasinorm her.

Definition: p-Norm

Sei V ein 𝕂-Vektorraum und :V0+,xx, eine Abbildung. Erfüllt die folgenden Axiome Axiome P1,P2, P3, so heißt p-Norm auf V mit 0<p1.

Gilt (P1) nicht, so nennt man p-Halbnorm.

Einheitskreis einer p-Norm

Der Einheitskreis der (2/3)-Norm, einer Quasinorm, ist im 2 eine Astroide.

Der Einheitskreis der (2/3)-Norm

Einheitskreis p-Norm als Abrollkurve

Animation der Astroide

Aufgabe

Sei V=2 der zweidimensionale -Vektorraum und p:V0+,xxp, eine Abbildung, die mit p=12 wie folgt definiert ist.

xp=(x1,x2)p:=|x1|p+|x2|p
  • Zeigen Sie, dass eine p-Norm ist. Warum erzeugt die p-Norm die gleiche Topologie, wie die Norm x2=(x1,x2)2:=x12+x22?
  • Skizzieren Sie die folgende Menge S1:={(x1,x2)2:(x1,x2)=1} und S2:={(x1,x2)2:(x1,x2)1}

Hinweis: Berechnen Sie S1 zunächst für x1,x2>0 und x2=1!

Definition: Quasi(halb-)norm

Sei V ein 𝕂-Vektorraum und :V0+,xx, eine Abbildung. Erfüllt die folgenden Axiome Axiome Q1,Q2, Q3, so heißt Quasinorm auf V mit Konkavitätskonstante K1.

  • (Q1) Definitheit: x=0x=𝟘 für alle xV,
  • (Q2) absolute Homogenität: λx=|λ|x für alle xV und λ𝕂
  • (Q3) Konkavitätsungleichung: x+yK(x+y) für alle x,yV.

Gilt (Q1) nicht, so nennt man Quasihalbnorm.

Bemerkung: konvex-konkav

Halbnormen erzeugen konvexe Nullumgebungen ist. Die Nullumgebungen von Quasihalbnormen bzw. p-Halbnormen sind nicht notwendigerweise konvex bei K>1 bzw. p<1. Für K=1 bzw. p=1 erhält man die Standarddefinition für Halbnormen bzw. Normen. Betrachtet man den Einheitskreis einer p-Norm mit p=23, so sieht man das die Einheitskugel nicht konvex ist. Durch den Zusammenhang durch den Korrespondenz-Satz und der Konkavitätskonstante in der Definition der Quasinorm ist zu erkennen, welchen geometrischen Einfluss das p<1 auf die Konkavität der Einheitskugel der p-Norm hat.

Korrespondenz-Lemma für p-Normen und Quasinormen

Ein topologischer Vektorraum (V,𝒯) mit der Topologie 𝒯, dann (V,𝒯) genau dann p-normierbar, wenn die Topologie 𝒯 durch eine Quasinorm Q erzeugt werden kann.

Beweis

Der Beweis nach Köthe[1] wird in dem Abschnitt zur 𝒫-Regulärität für lokalbeschränkte Algebren ausgeführt.

Korrolar - Korrespondenz-Lemma

Ein topologischer Vektorraum (V,𝒯) mit der Topologie 𝒯. Dann gilt: Ein Teilsystem der Topologie 𝒯o𝒯 wird genau dann durch eine p-Halbnorm erzeugt, wenn das System der offenen 𝒯o auch durch eine Quasihalbnorm Q erzeugt werden kann.

Beweis

Die Argumentation im Beweis zum Korrespondenz-Lemma für p-Normen und Quasinormen nutzt die Hausdorff-Eigenschaft der Topologie nicht, die durch die Bedingung

  • x=0x=0V bzw.
  • xQ=0x=0V

über das Norm bzw. Quasinorm ausgedrückt werden. Daher kann man die Beweisführung ebenfalls für ein Teilsystem der Topologie führen und erhält die Aussage für p-Halbnormen und Quasihalbnormen.

Korrespondenz-Satz für pseudokonvexe Räume

Ein topologischer Vektorraum (V,𝒯) mit der Topologie 𝒯 ist genau dann pseudokonvex, wenn die Topologie 𝒯 durch eine System α(Q) Quasihalbnormen topologisiert werden kann

Beweis

Betrachtet man nun eine 𝒫𝒞-Algebra mit 𝒜 als p-Halbnormensystem, so erzeugt jede einzelne p-Halbnorm α mit α𝒜 ein lokalbeschränktes, aber nicht notwendig Hausdorff’sches, topologisches Teilsystem 𝒯α𝒯 von offenen Mengen der Ausgangstopologie 𝒯.

Beweis 1: Anwendung des Korrespondenz-Lemmas

Dieses Teilsystem kann man mit dem Korrespondenz-Satz für p-Normen und Quasinormen auch durch eine Quasihalbnorm α(Q) erzeugen, denn die Hausdorff-Eigenschaft ist für die Argumentation im Korrespondenz-Lemma für p-Halbnormen und Quasihalbnorm nicht von Bedeutung. Damit gelten die Ergebnisse nicht nur für p-Normen sondern auch für p-Halbnormen. Daher man jede p-Halbnorm α durch die entsprechende Quasihalbnormen α(Q) ersetzen und man erzeugt durch diese Quasinorm das gleiche Teilsystem 𝒯α𝒯 der Ausgangstopologie. Die Topologie kann auch durch ein korrespondierendes Quasihalbnormensystem 𝒜(Q) erzeugt werden.

Bemerkung

Für das Korollar wendet man den Korrespondenzsatz auf ein System mit nur einer p-Norm an, das den pseudokonvexen Raum topologisiert. Der Korrespondenz-Satz für pseudokonvexe Räume liefert dann ein System mit einer Quasinorm, das die gleiche Topologie erzeugt. In den Vorgehensweisen zur 𝒫-Regularität werden sowohl für

Dies bereitet die Charakterisierung der PC-Regularität über Quasihalbnnormen vor. Für die Charakterisierung reicht der Nachweis über einen der beiden Wege (p-Norm oder Quasinorm)

Siehe auch

Quellennachweis

  1. Köthe Gottfried (1966) Topologische Lineare Räume, Berlin Heidelberg New York

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