Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien/Kreisförmige Mengen

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Definition: kreisförmige Mengen

Sei V ein Vektorraum über 𝕂, dann heißt NV kreisförmig, falls für alle |λ|1 und für alle xN auch λxN gilt.

Lemma: Kreisförmige Nullumgebungsbasis

In einem topologischen 𝕂-Vektorraum (V,𝒯) gibt es ein Nullumgebungsbasis aus kreisförmigen Mengen.


Beweis

Sei U𝔘𝒯(0V) beliebig gewählt. Mit der Stetigkeit der Multiplikation mit Skalaren gibt es ein ε>0 und ein Nullumgebung Uε𝔘𝒯(0V) mit

Bε||(0)UεU

mit Bε||(0):={λ𝕂:|λ|<ε}. Die Menge U^:=Bε||(0)Uε ist dabei kreiförmig.

Beweis durch Widerspruch

Wir zeigen nun, dass U^:=Bε||(0)Uε ebenfalls eine Nullumgebung in 𝔘𝒯(0V) ist. Annahme ist, dass U^ keine Nullumgebung ist. Ohne Einschränkung sei ε<1.

Beweis 1: Existenz eines Netzes

Wenn U^=Bε||(0)Uε keine Nullumgebung ist, existiert ein Netz (xi)iI, das gegen den Nullvektor 0V konvergiert und bei dem für alle iI die Komponenten des Netzes xi außerhalb der Nullumgebung U^ liegen, d.h. xiU^ gilt.

Beweis 2: Konvergenz gegen Nullvektor

Wenn ein Netz (xi)iI gegen den Nullvektor 0VV konvergiert, gibt es auch für das gegebene Uε𝔘𝒯(0V) eine Indexschranke ioI, für das alle xiUε sind, falls iio gilt. Mit "" ist die partielle Ordnung auf der Indexmenge I gemeint.

Beweis 3: Skalare Multiplikation für konvergente Netze

Wenn ein Netz (xi)iI gegen den Nullvektor 0VV konvergiert, konvergiert auch (λxi)iI wegen der Stetigkeit der Multiplikation mit Skalaren in einem topologischen Vektorraum gegen den Nullvektor 0VV.

Beweis 4: Skalare Multiplikation für konvergente Netze

Definieren nun ein Netz (yi)iI mit yi:=1ε2xiV für alle iI, das nach Beweisschritt 3 ebenfalls gegen den Nullvektor 0V konvergiert. Dann gibt es wieder eine Indexschranke i1I, für das alle yiUε sind, falls ii1 gilt. Auch hier ist mit "" die partielle Ordnung auf der Indexmenge I gemeint.

Beweis 5: Widerspruch

Wähle in der Indexmenge i2I so, dass i2i0 und i2i1. Für alle ii2 gilt dann mit Beweisschritt 1, 4 und ε2<ε<1:

  • xiU^
  • xi=ε21ε2xi=ε2yiBε||(0)Uε=U^.

Beweis 4: Kreisförmige Nullumgebung

Damit ist auch U^𝔘𝒯(0V) eine kreisförmige Nullumgebung und jede Umgebung U𝔘𝒯(0V) enthält eine kreisförmige Nullumgebung U^𝔘𝒯(0V) mit U^U. Die Menge {U^:U𝔘𝒯(0V)} ist Nullumgebungsbasis aus kreisförmigen Mengen.


Bemerkung: Kreisförmige Nullumgebungsbasis

Mit dieser Aussage existiert in jedem topologischen Vektorraum eine Nullumgebungsbasis aus kreisförmigen Mengen.

Schnitt kreisförmiger Nullumgebungen

In topologischen Vektorräumen (und damit auch topologischen Algebren) wird gezeigt, dass es eine Nullumgebungsbasis {Uα:α𝒜} aus kreisförmigen Mengen Uα. Die Kreisförmigkeiten liefert die absolute Homogenität der Gaugefunktionale.

Lemma: Schnitt kreisförmiger Nullumgebungen

Seien Uα,Uβ𝔘𝒯(0V) kreisförmige Nullumgebungen in einem topologischen Vektoraum (V,𝒯), dann ist auch UαUβ𝔘𝒯(0V) eine kreisförmige Nullumgebung.

Beweis

Aus Uα,UβV kreisförmig folgt, dass für alle λ𝕂 mit |λ|1, xαUα und xβUβ auch λxαUα und λxβUβ.

Schnitt von offenen Mengen

In einem topologischen Raum (also insbesondere auch in einem topologischen Vektorraum) (V,𝒯) ist der Schnitt von zwei offenen Mengen wieder offen, also UαUβ𝒯 (siehe Normen, Metriken, Topologie). Uα,Uβ Nullumgebung sind, gilt auch 0VUα,0VUβ. Damit ist UαUβ eine offen Menge, die den Nullvektor enthält und es gilt UαUβ𝔘𝒯(0V).

Schnitt kreisförmig

Wir zeigen nun noch, dass UαUβ kreisförmig ist. Sei dazu xUαUβ und λ𝕂 mit |λ|1 beliebig gewählt. Damit gilt xUα und xUβ. Die Kreisförmigkeit von Uα und Uβ liefert dann λxUα und λxUβ und damit auch λxUαUβ.

Aufgabe

  • Zeigen Sie für die Definition der U^𝔘𝒯(0V), dass die Menge U^ kreisförmig ist.
  • Überprüfen Sie, ob die Summe Uα+Uβ:={uα+uβ:uαUαuβUβ} von zwei kreisförmigen Nullumgebungen Uα,Uβ𝔘𝒯(0V) wieder eine kreisförmige Nullumgebung ist.
  • Überprüfen Sie, ob die Vereinigung UαUβ von zwei kreisförmigen Nullumgebungen Uα,Uβ𝔘𝒯(0V) wieder kreisförmig ist.

Siehe auch


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