Kurs:Analysis I/Kapitel III: Die elementaren Funktionen/§5 Polarkoordinaten und Überlagerungsflächen

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Satz 1 (Polarkoordinaten)

Jede komplexe Zahl w=u+iv{0} lässt sich durch
(1) w=reiφ=r(cosφ+isinφ)r(0,+)φ(π,π]
eindeutig darstellen.

Beweis

1. Wir zeigen zunächst die Existenz einer solchen Darstellung: Die komplexe Zahl liege im 1. Quadranten der Gaußebene:

w=u+iv,u0v0. Wir setzen dann: r:=|w|=u2+v2>0,ξ:=u|w|,η:=v|w|.

Dann ist w=|w|(u|w|+iv|w|)=r(ξ+iη) mit ξ0 sowie η0 und ξ2+η2=u2+v2|w|2=1, woraus η[0,1]=[sin0,sin(π2)] folgt. Nach Satz 1 aus §2 existiert genau ein φ[0,π2] mit sinφ=η. Weiter gilt cosφ=1sin2φ=1η2=ξ. Damit erhalten wir die geforderte Darstellung

(2) w=r(ξ+iη)=r(cosφ+isinφ)=reiφ mit r>0 und 0φπ2.

2. Nun wollen wir (1) für alle w{0} gewinnen. In Polarkoordinaten w=reiφ wird die Spiegelung am Nullpunkt durch

w=reiφ=eiπreiφ=rei(φ+π)

und die Spiegelung an der reellen Achse durch

w=r(cosφ+isinφ)=r(cosφisinφ)=r[cos(φ)+isin(φ)]=reiφ

beschrieben. Für eine beliebige komplexe Zahl w{0} wenden wir eine Spiegelung am Nullpunkt oder eine Spiegelung an der reellen Achse an und wir können sie so in den 1. Quadranten überführen. Die Rücktransformation liefert w=reiφ mit r>0 und φ für alle w{0}. Wir bestimmen noch ein k, so dass π<φ+2kππ gilt und setzen ψ:=φ+2kπ. Wegen e2kπi=1 ist dann die Darstellung w=reiψ mit r>0 und π<ψπ für alle w{0} gefunden.
3. Wir weisen jetzt die Eindeutigkeit der Darstellung für w0 nach. Angenommen es gäbe die beiden Darstellungen w=reiφ (r>0,π<φπ) und w=ρeiω (ρ>0,π<ωπ). Für den Betrag ermitteln wir r=|w|=ρ>0 und dann folgt eiφ=eiω bzw. ei(φω)=1. Wegen |φω|<2π liefert Hilfssatz 4 aus §2 die Identität φ=ω.

q.e.d.

Wir wollen jetzt eine Fläche 𝕌3 so konstruieren, dass man ihren Punkten in eindeutiger Weise universelle Polarkoordinaten

0<R<+,<Φ<+

zuordnen kann. Hierzu betrachten wir die Punktmenge

𝕌:={𝐰=(w,k)3:w{0},k}.

Sie besteht aus den Blättern

𝕌k:={𝐰=(rexp(iφ),k)𝕌:π<φ+π,0<r<+}

mit dem Schlitz

𝕊k:={𝐰=(r,k)i